Kurze Geschichte des Tischtennissports in Großröhrsdorf



von Volker Röllig (2014)

Bereits 1948 wurde nachweislich im ehemaligen Betriebsgelände des VEB Tischfabrik Großröhrsdorf unter der Vorgängerbezeichnung Sachsenholz organisiert Tischtennis gespielt. Auf Grundlage des Beschlusses „über die Reorganisation des Sports auf Produktionsebene“ des Deutschen Sportausschusses und in Anlehnung an den Trägerbetrieb erfolgte spätestens 1951 die Umbenennung in BSG Aufbau (Gewerkschaftsbereich Bauindustrie).

In den Folgejahren stand man zumeist noch im Schatten des Ortsrivalen Turbine Großröhrsdorf. Aber mit dem endgültigen Umzug in die neue Spielstätte „Zum Anker“ (ehemals Haus der Jugend) und den damit wesentlich besseren Trainingsbedingungen zeichnete sich 1958 das Ende der Vormachtstellung von Turbine ab.

Nachdem es beiden Großröhrsdorfer Vereinen mehrfach nicht gelungen war, den Sprung in die nächsthöhere Spielklasse zu schaffen, erfolgte 1959 der Zusammenschluss und damit die Voraussetzung für den Aufstieg in die damalige Kreisliga mit Mannschaften aus Dresden, Bautzen, Pirna, Heidenau und Radebeul.

Mit dem Spieljahr 1960/61 begann der von der guten Nachwuchsarbeit getragene unaufhaltsame Aufstieg der BSG Aufbau bis auf Bezirksebene und gleichzeitig bei den Herren die Spitzenstellung im Altkreis Bischofswerda. Nach einem 4. Platz und vier 2. Plätzen in der damaligen 1. Bezirksklasse wurde im Spieljahr 1965/66 der langersehnte Aufstieg in die Bezirksliga Wirklichkeit. Akteure wie Günter und Lothar Fraunheim, Günter und Lothar Haufe, Johannes Nixdorf, Johannes Albert, Gottfried Brückner oder Lothar Drescher hatten bereits zu diesem Zeitpunkt einen ausgezeichneten Ruf und prägten für viele Jahre das Leistungsniveau der 1. Mannschaft.


Aufstieg zur Bezirksliga und Bezirksklasse 1965 (v. l.: Lothar Fraunheim; Johannes Albert; Eberhard Neubert; Harry Rammer; Gottfried Brückner; Günter Fraunheim; Lothar Drescher; Heinz-Jürgen Körner; Günter Haufe; Lothar Haufe)


Neben diesem Aufstieg gelang auch der 2. Mannschaft erstmals der Sprung in die 2. Bezirksklasse. Damit begann die eigentliche Hochphase im Herrenbereich, denn in den Folgejahren wusste man sich gegen die etablierten Mannschaften aus Dresden, Bautzen, Görlitz, Pirna, Freital, Meißen, Riesa oder Sebnitz gehörig in Szene zu setzen. Nach mehreren respektablen Platzierungen schloss man die Spieljahre 1969/70 und 1970/71 jeweils mit dem 3. Platz ab, wobei in letzterer sogar kurzzeitig an der Bezirksmeisterschaft geschnuppert wurde (u. a. wurde der DDR-Liga-Absteiger Lok Bautzen zweimal mit 11:9 geschlagen).

In den 70-er Jahren fiel es der Mannschaft zunehmend schwerer, das erreichte Leistungsniveau zu halten. Der ohne Zweifel talentierte Nachwuchs schaffte ausbildungs- bzw. berufsbedingt einfach nicht den Sprung nach oben und nach dem Weggang leistungsbestimmender Akteure begann der langsame Abstieg. So musste man nach neun erfolgreichen Jahren die Bezirksliga mit Beendigung des Spieljahres 1974/75 erstmals wieder verlassen.

In den Folgejahren kehrte die Mannschaft noch dreimal für insgesamt vier Spieljahre ins Oberhaus zurück, ohne jemals wieder an alte Erfolge anzuknüpfen. In dieser Phase wurde insbesondere die weibliche Nachwuchsarbeit in der Spielstätte „Festhalle“ am Rödertal-Stadion aktiviert. Schon bald sollten sich diese Bemühungen auf breiter Ebene auszahlen. Im Spieljahr 1979/80 stand zum ersten Mal eine weibliche Jugend-Mannschaft in der Bezirksklasse der Damen im Spielbetrieb und errang gegen die routinierten Mannschaften aus Dresden, Neukirch und Kittlitz auf Anhieb den Staffelsieg. Da der Bezirksmeister der Damen keinen Aufstieg in die DDR-Liga anstrebte, nahmen die Großröhrsdorferinnen die sich bietende Chance wahr. In den Aufstiegsspielen setzte man sich völlig überraschend gegen Cottbus, Zwickau und Leipzig durch und sicherte sich somit die Zugehörigkeit zur zweithöchsten Spielklasse.


Aufstiegsspiele zur DDR-Oberliga 1982 (v. l.: Angela Fraunheim; Petra Richter; Beate Gersdorf; Elke Müller; Trainer Lothar Fraunheim)


In der DDR-Liga erreichten die Nationalspielerin und DDR-Meisterin Angela Fraunheim, die mehrfache Bezirksmeisterin Elke Müller sowie die leistungsstarken Petra Richter und Beate Gersdorf im Spieljahr 1981/82 mit Rang 2 die beste Platzierung. Bei den folgenden Aufstiegsspielen zur DDR-Oberliga scheiterte man aber an den Mannschaften aus Leipzig, Quedlinburg und Berlin. Anschließend zerfiel die Mannschaft leider ausbildungs- bzw. berufsbedingt und im Damenbereich wurde das ehemalige Niveau nie wieder erreicht. Mit Beendigung des Spieljahres 1983/84 und dem letztmaligen Abstieg aus der Bezirksliga begann sich der Abwärtstrend der Herren-Mannschaft zu verstärken.



Aufnahme Ende 1980er-Jahre (v. l.: Lothar Fraunheim; Lothar Haufe; Jürgen Karsch; Maik Hoffmann; Angela Stanke; Gunter Tille; Heiko Böhm)


Der 1. Bezirksklasse gehörte man nur noch für ein Jahr an, um sich nach der Aufhebung der Sonderspielgenehmigung für Angela Fraunheim freiwillig in die 2. Bezirksklasse zu verabschieden. Dort machte die Mannschaft mit dem Staffelsieg im Spieljahr 1989/90 letztmalig von sich reden. Die allgemeine Unstimmigkeit in der politischen Umbruchsituation und das mangelnde Interesse einiger Spieler führten dazu, dass auf das Aufstiegsrecht und den weiteren Spielbetrieb auf Bezirksebene verzichtet wurde. In dieser schwierigen Phase war es vor allem den altgedienten Helmut Jarschke, Jürgen Karsch und Hans-Jürgen Dick zu verdanken, dass in der Kreisliga ein Neuanfang gestartet wurde. Bereits im Spieljahr 1991/92 erreichte der nunmehrige Tischtennissportverein (TTSV) Großröhrsdorf den Kreismeistertitel und damit den Aufstieg zur Bezirksklasse. Dort wurden zunächst wieder gute Platzierungen erzielt. Aber nach dem Verlust weiterer Leistungsträger war die sportliche Substanz aufgebraucht und der Abstieg im Spieljahr 1996/97 die logische Folge.

Inzwischen unter dem sportlichen Dach der Sportgemeinschaft (SG) Großröhrsdorf vereint, richtete sich die Abteilung Tischtennis nunmehr auf Kreisebene ein. Gleichzeitig rückte die Nachwuchsarbeit wieder verstärkt in den Mittelpunkt, so dass sich die Basis in den Folgejahren grundlegend verbesserte und ein dringend notwendiger Generationswechsel einsetzte. Mit Volker Röllig, Dietmar Berndt und Peter Wirth übernahm 2007 ein neuer Vorstand die Verantwortung.

Obwohl die 1. Mannschaft in der Kreisliga regelmäßig die ersten drei Plätze belegte, hegte man sportlich längere Zeit keine höheren Ambitionen. Erst nach dem Spieljahr 2005/06 wurde der Versuch gewagt, aber die Leistungen reichten nach drei Jahren in der Bezirksklasse nicht länger zum Bestehen. Der anschließende souveräne Kreismeistertitel im Spieljahr 2009/10 fiel umso überraschender aus. Seit dem erneuten Aufstieg ist Großröhrsdorf wieder ununterbrochen in der Bezirksklasse vertreten.



Aufstieg in die Bezirksklasse 2010 (v.l.: Volker Röllig; Peter Wirth; Veit Grützner; Helmut Jarschke; Hans-Georg Jarschke; Sven Rönisch)

Aktuelles

 

  



 - Training Saison 2015 / 2016
 

   Kinder           ab 16.30 Uhr
   Erwachsene ab 19.00 Uhr


Allgemeines Training Mittwoch von 20.00 Uhr bis 22.00 Uhr

 

 

>> weitere Details >>

Spielbericht

 

SG Großröhrsdorf – Tischtennis

Großröhrsdorf findet in Erfolgsspur zurück

 

Großröhrsdorf von Besetzungsproblemen geplagt

Zweite verliert nach kuriosem Spielverlauf

Zweite sammelte wichtige Punkte

 

Rabenschwarze Woche für die Erste




>>weiter lesen >>